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8 Naturdenkmal Hachenfels

Erste Deutung:

Burganlage

Ein Schriftstück von 1783 besagt:

Einst stand auf jener Höhe die Hachenburg. Der Hachenfels (=hoher Fels) erinnert daran. Die alte Hachenburg lag der späteren Naumburg (=neue Burg) gegenüber. Sie ist spurlos verschwunden.

Die Burg lag angeblich auf dem Hachenfels (hier: kleiner Hachenfels) gegenüber der Naumburg. Trümmer sind keine vorhanden, lediglich zwei Einbuchtungen im Fels sind noch erkennbar, deren Entstehung jedoch nirgends belegt ist. Über Baugestalt oder Grundriss

der Anlage liegen keine Informationen vor.

Hachenfels_thumb.jpg
1075 erscheint in den Schriftquellen ein Hugo von Hachenfels. Die edelfreie Familie ist urkundlich lediglich fünf Jahrzehnte nachweisbar. Vermutlich handelt es sich bei Hachenfels um den namengebenden Stammsitz, der somit vor 1075 existiert haben könnte. Die Lage auf dem sog. Hohenfels legt nahe, dass die Burg Hachenfels auch mit einer Burg Hohenfels identisch sein könnte, die sich seit etwa 1235 in dem Besitz der Herren von Bolanden befand.

 

Zweite Deutung:
Kupferschmelze

Laut Bürgermeister Eugen Julius Herz aus Martin-Weierbach befanden sich hoch oben auf der Felsplatte „die letzten Reste von zwei Kupferschmelzöfen, die noch geschmolzenes Kupfer enthielten“. Ferner berichtet er von einem noch sichtbaren Aufstieg von der unterhalb des Berges befindlichen Erzgrube über Treppen und einen am Felsen entlanglaufenden Fußweg bin an die Schmelzöfen.

Auch hierzu sind keine gesicherten Belege vorhanden.

 

 

Flora auf dem Hachenfels

Der Hachenfels ist naturkundlich hoch interessant; denn er hat eine Flora und Fauna von großer Bedeutung.

Der imposante, unmittelbar an der Bundestraße 41 steil aufragende Fels aus Melaphyr (Grenzschicht des Unterrotliegenden) ist der westlichste Wuchsort der seltenen und pflanzengeografisch besonders wichtigen Traubensteinbrech-Gesellschaft (Saxifraga paniculata-Gesellschaft).

 Hohler Baum als Nistplatz

An der Süd- und Südwestflanke des Felsens wachsen großflächig Beifuß und Wimperperlgras (Artemisio; Melica ciliate), Saumgesellschaften aus Felsenfingerkraut (Potentilla rupestris), und Gebüsch aus Zwergmispel und Liguster (Pruno-Ligustretum; Cotoneaster) und Breitblättriges Knabenkraut (??? D. majalis)

 

 

Blick auf Edendell

Die „Edendell-Schleife“, deren gesamte Inneneinrichtung noch vorhanden ist, ist eine der letzten Wasserschleifmühlen im Idar-Obersteiner Raum und wohl die einzige funktionsfähige Doppelschleife der Welt.

 

Bild Edendell

 

Der erste Hinweis auf den Abbau von Achaten im Saar-Nahe-Bergland stammt aus dem Jahr 1375. Im 16. Jahrhundert beginnt die Edelsteinschleiferei um Idar-Oberstein und im Jahr 1531 wird die erste Achatschleife erwähnt.

 

Zu Anfang des Jahres 1851 beantragte ein Schleifer namens Johannes Purper die Konzession zur Errichtung von zwei Achatschleifmühlen in den Kirnsulzbacher Distrikten „In Edendell“ und „Bremerberg“. Man entschied sich jedoch zum Bau nur einer Schleife, der im Jahr 1852 erfolgte. Durch die Errichtung einer sogen. Doppelschleife mit acht Schleifsteinen erreichte man genau jene Kapazität, die beim ursprünglichen Antrag geplant war. Solche Doppelschleifen entsprachen damals der neuesten techn. Entwicklung, die weltweit offenbar nur im Idar-Obersteiner Raum eingesetzt wurde. Ein grundlegender Umbau der Doppelschleife erfolgte in späterer Zeit.

In der Schleife produzierte die Fischbacher Edelsteinfirma Albert Leyser GmbH & Co. Noch bis ins Jahr 2005. Seitdem stand das Wasserrad still.

 

Die Edendell-Schleife ist von unserem Wanderparkplatz aus in 5 Min. zu erreichen. Dort sind auch die Öffnungszeiten genannt.

Siehe auch:  www.Achatschleife.de


 

Quellen:

  • Walter Zimmermann (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Kreuznach. Düsseldorf 1935. Unveränderter Nachdruck 1972, Deutscher Kunstverlang München, Berlin
  • Scholls Handschrift: Heimatblatt für Nahe und Hunsrück 1934
  • O. Lentze: Amt Naumburg und Pfarrei Becherbach, Bad Kreuznach 1913
  • E. J. Herz: Letzte Reste von 2 Kupferschmelzöfen auf dem Hachenfels. In: Rheinische Heimatblätter. Koblenz 1924.
  • E. J. Herz: Die Glasburg auf dem Brämerberg zwischen Fischbach und Kirnsulzbach an der Nahe. In: Rheinische Heimatblätter. Koblenz 1924.
  • EBIDAT (Europäisches Burgen-Institut und DATenbank)
  • N. Hennig: Der Hachenfels, Agenda-Rundwanderweg der VG Kirn-Land 2007.
  • Hans-Peter Brandt: Was wird aus der Edendell-Schleife? In: Heimatkalender Landkreis Birkenfeld, 2008.